Von Blenheim nach Balclutha in 9 Stunden

28 01 2010

Zeit mir Zeit zu nehmen, die letzten Tage zusammen zu fassen. Es ist grad Mittag und da wir heute sehr schnell gearbeitet haben wurde meine Mittagspause auf 3 Stunden verlängert. Herrlich, endlich keine
Sklavenarbeit mehr!

Die letzten Tage in Blödheim aehm Blenheim

Die letzten Tage verliefen eher linear, bis auf einen Ausflug durch die Weingute der Gegend. Einige Leute aus dem Hostel und ich fuhren von Weingut zu Weingut und verkosteten dort lecker Wein. Leider werden in der Region fast nur Weißweine angebaut und das ist nun gar nicht mein Geschmack. Rotweine gab es nur sehr leichte, die nannten sich Pino Noir, diesen verkostete ich in rauen Mengen. Glücklicherweise habe ich einen Fahrer gefunden der mein Auto nach dem ersten Weingut übernahm und so konnte ich mich voll und ganz der Verkostung hingeben. Die Tour ging ca. 4 Stunden und am Ende waren wir auch alle gut betrunken. Mir war es am Anfang ein bisschen Peinlich aber es schein hier ganz normal zu sein und wir hatten nette Gespräche mit den Weinbauern. Diese haben sich sogar für unsere Arbeit auf den Weinguten bedankt und kräftig nachgeschenkt…

Am selben Abend hatten wir im Hostel noch einen Umtrunk und ich habe mich von allen mir liebgewonnenen verabschiedet. Am nächsten Morgen bin ich 5 Uhr aufgestanden und habe meine 800 km lange Tour Richtung Balclutha angetreten.

Balclutha und die Farm

Die Reise war recht unspektakulär, es gab zwar viel zu sehen aber ich habe nur einmal halt gemacht um zu tanken. Ich werde das auf meiner Rückreise alles mitnehmen. Chantalle hat die Reise gut mitgemacht und auch recht wenig Öl geschluckt. Thema Benzinpreise, ich kann hier für 32 Euro volltanken und das heißt 50 Liter. Das Suchen nach einer billigen Tankstelle kann man sich auch Sparren, da alle denselben Preis haben. Achja, ich tanke übrigens Super Bleifrei…

Auf der Farm angekommen war leider keiner zuhause. Also habe ich das Auto geparkt und einen kleinen Spaziergang über die Farm gemacht. Dabei habe ich mir die Ställe angeschaut. Dabei habe ich den Bauern fast zu Tode erschreckt, der nämlich grade in einem Stall am schaffen war. Ich musste sehr Lachen als er sein halbes Bier durch die Gegend schleuderte. Nach diesem kleinen Schreck hat er mir meine neue Bleibe gezeigt. Von der ich auch ein paar Fotos anhangen werde. Der Bauer heißt Tim Button, seine Frau Katy und die Kinder Lorna und Josh. Zu diesem Zeitpunkt waren und Katy Vater und seine Freundin sowie Katys Schwester und Joshs Schulfreund anwesend. Allerdings waren alle gerade Angeln und aus diesem Grund hatte ich niemanden Angetroffen. Eine Stunde später holte mich der kleine Josh mit einem 4 Wheeler zum Abendbrot ab und ich wurde allen vorgestellt. Es ist eine sehr nette Britische Familie die unter anderem auch viel Wert auf gute Erziehung und Bildung legt. Ich habe mich von der ersten Minute sehr wohl gefühlt und wurde nett aufgenommen.

Arbeit

Die Arbeit ist sehr angenehm, da ich sie mir quasi selber einteilen kann. Es steht nie jemand hinter mit und kontrolliert mich. Dadurch habe ich aber auch relativ viel Verantwortung und muss einiges selber entscheiden und gut aufpassen. Ich stehe gegen 4:30 auf und mach mich auf die Reise zu den Kühen, dass kann schon eine ganze Weile dauer, da die Farm 400 Hektar groß ist. Meine 420 mehr oder weniger kleinen Freunde machen sich dann auf den Weg zum Melkstall. Problematisch wird es nur wenn man die Zäune auf dem Weg nicht richtig eingestellt hat. Dann enden die Kühe sonst wo ab und man hat zu tun sie wieder auf die richtige Bahn zu bringen.

Das Kot Massaker

Zum Thema Zäune: Am zweiten Tag habe ich am Morgen noch halb geschlafen und einen Zaun nicht geschlossen. Dummerweise handelte es sich dabei um den Zugang zum Haus der Bauern. Gegen 4:40 ist es aber auch noch so dunkel das man immer nur das Ende der Herde sieht und 420 Kühe bilden eine relativ lange Schlange. Dazu muss ich sagen, man treibt die Kühe, dass heißt ich fahre hinter ihnen her damit sie sich beeilen. Weiter im Text, nach einer Weile kam eine Weggabelung; rechts zum Melkstall, links zum Haus der Bauern. Nun kann jeder zweimal Raten in welche Richtung die Herde gelaufen war. Vor lauter Freunde sind mir fast die Augen rausgefallen. Nun kann man aber auch nicht an der Herde vorbei fahren und demnach musste ich alle auf das Grundstück der Bauern treiben. Dabei wurde ich etwas Ungehalten und habe die Kühe, mit Worten die ich hier besser nicht erwähne, auch darauf hingewiesen. Diese haben sich von mir ungestört auf dem unwegsamen Gelände verteilt und genüsslich das Frische Gras gegessen. Daraufhin wurde ich noch ungehaltener, sprang vom meinem 4 Wheeler und rannte und schimpfte wie wild durch die Gegend. Leider neigen die vierbeinigen Zeitgenossen zur erhöhten Kotabgabe, wenn sie verängstigt sind. Nach 30 Minuten hatte ich alle wieder auf der Ausgangsstrasse. Nun wurde ich wieder entspannt und wollte die Kühe in Ruhe Richtung Melkstall treiben.

Als ich wieder an der Weggabelung angekommen war hatten die Kühe aber nicht den Weg zur Melkstall eingeschlagen, sondern wanderten in gemächlich zur Koppel zurück. AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!! Meine innere Ruhe legte sich schlagartig und wich einer Wut auf mich selber. Nach weiteren 20 Minuten waren die Kühe dann aber im Melkstall und wir konnten anfangen zu arbeiten. Ich war zwar vollkommen durchnässt und todmüde aber ich habe mich sehr beeilt um meinen Fehler wieder auszubügeln. Dazu muss ich noch sagen, dass die Bauern an diesem Tag nicht da waren und jemand anderes als Aushilfe dort war. Nachdem wir fertig waren mit Melken konnte ich mir das Ausmaß des Massakers anschauen. Alles war voll mit Kot, zuerst dachte ich, bisschen drueber gewischt und der Vorgarten sieht aus wie neu. Ich habe dann aber lieber Garnichts gemacht. Die 420 Kühe haben die Fußball wiese von Josh gemäht und gedüngt. Dummerweise braucht eine Auffahrt eher weniger Dünger und eine Einfahrt erst recht nicht.

Den restlichen Tag habe ich mich auf einen ordentlichen Anschiss vorbereitet, aber als die Bauern wieder kamen lachten sie nur und luden mich zum Abendbrot ein. Einmal darf mir das passieren, beim zweiten Mal gibt’s Ärger und beim dritten Mal… Er hat gesagt es gibt kein drittes Mal. Was auch immer das heißen mag.

Meine letzten Milchbauern

Ich wurde hier von Tim öfter daraufhin gewiesen langsam zu fahren mit meinem 4 Wheeler (Dazu muss ich sagen, dass ding ist wirklich stark Motorisiert und fährt gut und gern seit 100 km/h). Das Ganze hat mich sehr gewundert, da ich nie wirklich schnell gefahren bin und er das wirklich immer gesagt hat, wenn er mich gesehen hat. Neulich beim Melken haben wir über Alan gesprochen. Im Rahmen meiner Bewerbung habe ich Alans Telefonnummer angeben und Tim hat ihn tatsaechlich angerufen. In diesem Zusammenhang habe ich erfahren, dass sie sehr zufrieden mit mir wahren und zuerst nichts Negatives gesagt haben. Als Tim aber nachgehakt hat, sollen sie wohl gesagt haben, dass ich zu schnell 4-Wheeler fahre… So so diese Pappnasen! Das werde ich bei einem Besuch mal ansprechen. Von wegen zu schnell, PAH! ;)

Angeln

Neulich war ich Angeln. Herrlich, ich habe einen Fluss nur 5 Minuten Fußweg von meiner kleinen Hütte. In ihm gibt es Barsch, Forelle und derzeit auch Lachs. Nach zweimal auswerfen hatte ich einen Stattlichen Barsch von 40 cm. Da es schön spät war, habe ich direkt eingepackt und mir den Barsch bereitet. Es gibt einen wirklich tollen Weg frische Barsche zu filetieren.

Das habe ich dann auch gemacht und es funktionier vorzüglich. Ich hatte ein leckeres Abendbrot und habe dann auch sehr gut geschlafen. Leider hatte ich noch keine Zeit wieder Angeln zu gehen und wenn ich Zeit hatte, dann war leider Ebbe und demnach kaum Wasser im Fluss.

Bilder

1. Zeigt einen Ausblick auf das Städtchen Picton, ganz im Norden der Südinsel. Wunderschöne kleine Stadt. Das Bild vermittelt ein bisschen Karibikflair finde ich.
2.–6. Zeigen meine kleine Hütte in der Nähe von Balclutha.
7. Lecker Frühstück mit Bohnen und Rührei mit Tomaten und Zwiebeln auf Toast
8. Prämierte Kälber vor dem Melkstand
9. Ich mit Kalb vor dem Melkstand
10. Melkstand für 2 mal 40 Kühe
11. Für die Damen der Schöpfung ein paar Federkelchen
12. Blick vom Farmhaus auf meine kleine Hütte, eine alte Stallung in der Mitte und auf der rechten Seite ist der Melkstand zu sehen.
13. Ich vor dem Milchtank mit frisch gezapfter Milch. Der Tank wird täglich geleert und wir produzieren bis zu 10.000 Liter Milch am Tag.
14. Ich hatte meinen riesen Barsch sehr lieb!
Die letzten drei Bilder sind beim Angeln entstanden und zeigen einen Fluss bei Ebbe.





Wein, Wein und nochmals Wein

16 01 2010

Halli hallo,

Nach einer Woche Weingutarbeit ist nun wieder die Zeit gekommen ein paar Zeilen zu hinterlassen. Erlebt habe ich nicht wirklich viel aber in einer Woche kommt dann trotzdem so einiges zusammen. Vielen lieben Dank an meine Eltern, diese haben mir nämlich ein Weihnachtspaket geschickt. Neben lecker Schokolade und Wurst bin ich nun auch wieder im Besitz meiner geliebten Wanderstiefel und meines hochgelobten Schlafsacks. Nach dieser kleinen aber feinen Einleitung möchte ich nun direkt in den Hauptteil übergehen. Da ich fast nur am Arbeiten war wird dieser sich auch um selbiges Thema drehen.

Arbeiten auf dem Weingut

Eigentlich arbeite ich bzw. fast alle Backpacker hier nicht auf einem Weingut, sondern man arbeitet mal hier und mal dort. Mein vorgesetzter ist ein Einheimischer Maori und ist im Endeffekt auch nur ein kleiner Handlanger. Von den Besitzern des Weinguts bekommt man nicht viel zu sehen. Allerhöchstens einmal ihr pralles Anwesen mit Jachten und Swimmingpools.

Jeden morgen stehe ich 4:30 auf und bereite mir mein Frühstück (Toast mit Salami, Käse, Salat, Tomaten, Paprika und Ketchup + Senf), dass ich dann mit auf Arbeit nehme. Es ist nämlich Selbstversorgung angesagt aber mit meinen deluxe Sandwiches habe ich es noch geschafft jeden neidisch zu machen. Im Anschluss fahre ich ca. 10 Minuten zu einer Tankstelle, wo ich dann von einem Bus abgeholt werde. In diesem befinden sich dann schon die ganzen anderen Sklaven. Nach weiteren 15-20 Minuten befinden wir uns dann gemeinsam auf einem Weingut und müssen uns dort um die Reben kümmern. Kümmern heißt in diesem Zusammenhang, stutzen und eventuell höher hängen. Das Ganze ist reine Sklavenarbeit und total auf Backpacker ausgerichtet. Man bekommt Mindestlohn und die Chefs nehmen keine Rücksicht auf Wetter oder Befindlichkeit. Ich habe wohl noch eine der netteren Firmen erwischt und bin auch ganz zufrieden. Aus Erzählungen von anderen, habe ich erfahren dass sie nur angeschrien und mit Kündigung bedroht werden. Schade eigentlich dass mir sowas nicht passiert, denen hätte ich aber mal ein paar Wörtchen an den Kopf gehämmert. Wie dem auch sei, ich habe es eigentlich ganz gut erwischt. Allerdings kann man von dem Geld gerade so leben und aus diesem Grund werde ich vorerst wieder auf eine Farm ziehen. Dort ist nicht nur die Bezahlung besser sondern auch das Umfeld und die Arbeit.

Das Hostel

Ich wohne hier in einem kleinen sympathischen Hostel, dass sich Lemon Tree nennt. Es ist umgeben von 6 Zitronen Bäumen (daher auch der Name Lemon Tree) und liegt an der Hauptstraße in Bensheim. Als ich hier angekommen bin war ich sehr schockiert, da 90% deutsche in diesem Hostel untergebracht sind. Alles Sklaven der Weinindustrie, die sich hier ihre kleine deutsche Hochburg errichtet haben. Leider sprechen sie auch alle deutsch und darauf habe ich auch keine Lust mehr. Die meisten sind zwischen 18 und 20 und führen sich auf wie im Ferienlager, leider habe ich diese Dimension bereits durchbrochen und sehne mich nach höherem. Auch aus diesem Grund möchte ich Blenheim schnellstens verlassen. Am Wochenende ist das gesamte Hostel (ca. 40 Leute) in eine Bar gegangen und wir hatten viel Spaß. Allerdings habe ich mich recht schnell abgeseilt und mich mit ein paar einheimischen angefreundet. Später war ich dann auch noch auf einer großen Homeparty, zu der ich in der Bar eingeladen war. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt, was wohl auch damit zusammen hing, das kein deutschsprachiger in Sichtweite war!

Nelson

Am Montag hatten wir sehr viel Regen, da ich einen netten Arbeitgeber habe (ich sollte eher hatte sagen, da ich eben gekündigt habe), wurde nur eine Stunde gearbeitet und dann durften wir nach Hause. Um den Tag nicht sinnlos verstreichen zu lassen habe ich in meinem Reiseführer geschaut und festgestellt dass es hier nichts gibt. Die Worte „Man wird es in Blenheim nicht lange aushalten, wenn man nicht Arbeitet oder sich für Wein interessiert“ machten mir auch ein wenig Sorgen. Also haben wir beschlossen uns eine Nachbarstadt anzuschauen. Nelson liegt etwa 120 Kilometer gen Nordwesten und versprach Museen und eine schöne Innenstadt. Wir machten uns auf den Weg und uns erwartete eine kleine und langweilige Stadt. Das Museum war ganz interessant aber kein Vergleich zu denen die ich vorher besucht habe. Auf dem Rückweg hatte ich noch eine Begegnung der anderen Art. Als ich in eine Rechtskurve fuhr sah ich einen aufgelösten älteren Herren der wild mit dem Armen gestikulierte. Als ich anhielt, sah ich auch schon das übel. Neben der Straße ging es relativ steil bergab. Alles war mit hohem Gras bewachsen und nach 10 Metern ging es in Urwald über. Hinter dem Man war jedoch eine Schneise geschlagen die in etwa der breite eines Autos entsprach. Der man erzählte mir das er gesehen hat wie ein Auto ungebremst dort runter gefahren ist, dass jemand eingeklemmt ist und das ich Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen holen soll. Daraufhin zückte ich mein Handy aber hatte keinen Empfang und verstand dann auch warum ich Hilfe holen soll. Nach mir ewig vorkommenden Kilometern kam ich zu einem einzelnen Haus. Dort durfte ich nach kurzer Erklärung das Telefon benutzen um Hilfe zu verständigen. Mehr konnte ich auch nicht tun und ich war auch ganz froh, dass ich nicht als erster an der Unfallstelle angekommen bin…

Angeln

Ich gehe nach der Arbeit sehr viel Angeln und habe auch schon einige Fische gefangen. Leider habe ich noch keinen Fotografiert aber das werde ich sicher noch nachholen.

Bilder

Außer die letzten zwei sind alle in oder auf dem Weg nach Nelson entstanden. Eines zeigt auch einen Glasbläser, der in seiner offenen Werkstadt tolle Kunstwerke hergestellt hat. Die letzten beiden Fotos zeigen die allgemeine Umgebung hier. Alles ist voll mit Weinreben, ich glaube damit könnte man locker die ganze Welt versorgen. Mein Chef hat mir gesagt, dass man aus einer Pflanze 3 Flaschen Wein gewinnen kann. Wenn man sich nun mal überlegt, dass ich als einzelner Hansel ca. 2000 Pflanzen bearbeite; d.h. ich helfe am Tag der Erstellung von 6000 Flaschen Wein. Das ganze bringt mich zu dem Schluss „ICH HASSE WEIN!!!!!!!!“ aber er schmeckt ab und an trotzdem ganz gut!

Wie geht es weiter

Ich reise morgen Richtung Süden auf eine Milchfarm. Genauer gesagt geht es nach Balclutha, dass ist fast so Südlich wie es überhaupt geht. Dort möchte ich solange arbeiten bis ich einen IT Job gefunden habe. Ich habe mich bereits für einige beworben, die wollen aber nur ungern Backpacker, da man das Land ja wieder verlässt. Gewiss dem Fall man würde hier bleiben und das dem Arbeitgeber auch mitteilen, hätte man wohl bessere Chancen. Mit diesen Gedanken habe ich mich aber noch nicht befasst, was ich aber sicher tun sollte in nächster Zeit.





Ich kam, sah und machte keine Fotos von Mittelerde

8 01 2010

Hallo liebe Lesenden,

es wird einmal wieder zeit, die Feder zu schwingen und ein paar nette Zeilen meines Verbleibes zu hinterlassen. Ich habe mich durch Mittelerde begeben und arbeite nun auf einem Weinberg. Soviel zur Kurzfassung meiner letzten Tage. Der ungeübte Leser, kann sich an dieser Stelle dem letzten Abschnitt Widmen (Bilder). Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim ausführlichen Teil.

New Plymouth

Nachdem wir letzte Woche auf den Vulkan wollten und ich meine leicht bis mittel extreme Bauchverstimmung hatte, haben wir auf einem Parkplatz in der Innenstadt übernachtet (Kommentar an mich selbst; langer und chaotischer Satz). Am nächsten Morgen, habe ich mir aus meinem Campingstuhl und meinem Wasserspeicher eine provisorische Dusche gebastelt. Davon sind auch Bilder im Anhang zu finden. Im Anschluss haben wir lecker gefrühstückt und ich habe dann das Auto meiner Nachbarn mit Toastbrot bestück. Das ganze erfreute die Möwen aus der weiten Umgebung und wir hatten Bald eine wahre Flugrattenplage. Daraufhin einigten wir uns das Schlacht aeehh Moewenfelt zu verlassen und machten uns auf den Weg gen Süden. Nach einigen 100 Kilometern durchquerten wir Mittelerde. (Es heißt natürlich nicht wirklich so… Dort wurde nur der Film Herr der Ringe gedreht) Leider hatte ich keine Zeit für Fotos, da wir uns Plätze in einem Steakhaus in Wellington gebucht hatten und demnach rechtzeitig dort sein wollten. Ich werde aber nach Mittelerde zurück kehren und herrliche Fotos schießen um sie euch auf dem Tablett zu servieren. Achja, dass Steakhaus war vom feinsten und hat mich auch nur 45 Dollar gekostet (mit 2 großen Bier und einem riesen Steak mit Beilagen).

Wellington

Nachdem Steakhaus kam ich zu meinem Auto zurück. SCHECKKK ein Zettel in der Schreibe und ich Stand auch noch im Parkverbot. Ich ahnte das Schlimmste, da ich bewusst im Parkverbot „geparkt“ hatte. Auf dem Zettel Stand: Sie haben falsch geparkt und aus diesem Grund wurde eine Parkkralle nahelegt…. Bla bla bezahlen bla bla 120 $… Ich nur…. Wasssss 120 $?!!??! Drei Runden um das Auto gedreht und überlegt ob ich das Ding mit meinem Leatherman Toolkit ab basteln kann. Dabei und voller Frust habe ich gar nicht gemerkt, dass gar keine Parkkralle angelegt war. Glücklicherweise wurde ich der dritten Runde in meiner Rage gestoppt und freundlich darauf hingewiesen. In diesem Moment fiel mir nicht nur ein Stein vom Herzen sondern ich wurde auch noch zum Gespött meiner Mitreisenden. Danach ging es ab ins Auto und an einen abgelegenen Parkplatz. Dort machte ich eine lehrreiche Entdeckung. Es war sehr Windig und ich meine wirklich sehr sehr. Das Auto hat sogar hin und her gewackelt und man konnte Meter weit mit dem Wind pinkeln. Wie dem auch sei, es ist nicht immer wirklich Klug mit dem Wind zu pinkeln. Lasst es euch gesagt sein, kaum kommt die Falsche Boehe… aber wie dem auch sei. Ich wechsel lieber das Thema auf den nächsten Morgen.

Nach dem Aufwachen erwartete mich eine wunderschöne Langschaft. Diese hatte ich aufgrund des Sturmes und der Dunkelheit nicht gesehen (Im Anhang sind auch Bilder davon). Im gleichen Atemzug entdeckte ich auf den Flughafen, wir standen genau in der Einflugschneise und in diesem Augenblick schoss ein Flugzeug über uns hinweg. Das zeigt auch wie stark der Sturm war, denn ich habe nicht ein Flugzeug bemerkt, bis zu diesem Augenblick. Den restlichen Tag habe ich mir die Stadt angeschaut und zwei Musen besucht, welche auch wirklich sehr empfehlenswert sind.

Die Fähre

Im Anschluss bin ich zeitig ins Bett gegangen, da meine Fähre auf die Südinsel um 3 Uhr in der Morgenröte ablegen sollte. Die Aussicht soll wohl sehr schön sein und ich dachte mir dass ich schöne Fotos beim Sonnenaufgang machen könnte. Wie das kleine Wort sollte aber schon andeutet, ist aus dieser Aktion nichts geworden. Auf die Fähre habe ich es noch anstandslos geschafft. Leider sind mir dann die Lichte ausgegangen und ich wurde 4 Stunden später freundlich geweckt und gebeten mein Auto zu entfernen. Als ich mich zu meinem Kraftfahrzeug begeben hatte war auch kein anderes mehr da und die Fährleute warteten auch nur auf mich. Schließlich sollten wieder neue Autos drauf und da war meines ein bisschen im Weg.

Blenheim

Am selben Tag habe ich mir in Blenheim, was einem Winzerort entspricht, noch Arbeit und eine Unterkunft besorgt. Ich Wohne in meinem Auto an einem kleines Hostel und kann dort alle Lokalitäten mitbenutzen. Arbeiten tue ich auf einem Winzergut und muss dort die Reben hochheben. Da diese noch im Wachstum sind wollen sie von zeit zu Zeit gestreckt und gepflegt werden und genau diesen Teil übernehme ich.. Recht eintönig und langweilig aber es bezahlt die Rechnungen! Wie der Engländer immer so schön zu sagen pflegt.





Frohes Neues!

3 01 2010

Es wird mal wieder Zeit ein paar Worte zu verlieren. Erst einmal hoffe ich aber dass ihr alle gut reingerutscht seid und feucht fröhlich gefeiert habt. Natürlich sollen auch alle eure Wünsche und Vorstellungen für das kommende Jahr in Erfüllung gehen.

Auszug

Ich habe mich zwei Tage vor Neujahr von meinen Bauern verabschiedet und mein Auto beladen. Ich darf jeder Zeit wieder kommen und dort auch einfach nur übernachten. Im Anschluss habe ich mich auf den Weg nach Auckland gemacht, um dort ein wenig einzukaufen. Außerdem habe ich mich im Anschluss mit zwei Freunden getroffen. Am frühen Abend wollten wir Angeln gehen und sind an die Westküste gefahren. Am Muriwai Beach angekommen, erwarteten uns 3 Meter Wellen, Sturm und fliegender Sand. Herrliches Angelwetter! Leider wurden es schon dunkel und wir beschlossen dort zu bleiben. Aufgrund des Windes haben wir uns auch nicht gekocht, sondern sind auf Sandwiches umgesprungen.

Silvester

Am folgenden Tag machten wir uns auf den Weg nach Taupo. Einer etwas größeren Stadt, gelegen in der Mitte der Nordinsel. Zu mindestens dachte ich das, bis wir kurz vor Taupo in einen Naturpark abgebogen sind. Nach weiteren 3 Stunden Fahrt (an dem Tag sind wir 800 Kilometer gefahren) sind wir auf einem verlassenen Zeltplatz, im nirgendwo angekommen. Kein Handy Empfang, dafür aber 6 weitere Freunde… Prima, dachte ich mir. Drei Wochen in der Pampa verbracht, da kann man Silvester auch im nirgendwo feiern! War aber trotzdem ganz nett und wir hatten viel Spaß. Aufgrund der erhöhten Befeuchtung mit alkoholischen Flüssigkeiten, sind keine Fotos an diesem Abend entstanden.

Chantale ist Krank

Chantal isst Öl! Um genauer zu sein 2 Liter auf 1000 Kilometer. Hoffentlich wird die Reparatur nicht zu teuer. Achso, Chantal habe ich mein Auto getauft. Nachdem die anderen alle einen Namen hatten, wollte ich dem natürlich nicht nachstehen! Ich war gestern auch Krank und habe den halben Tag auf der Toilette verbracht. Im Moment bin ich in New Plymouth, das am Fuße eines großen Vulkans liegt. Gestern sind wir ein Stück hinauf gefahren und wollten ihn eigentlich erklimmen. Leider braucht man aber Steigeisen und ich hab dummerweise meine Bergstiefel noch nicht. Naja, so wie ich mich gestern gefühlt hab hätte ich das sowieso nicht machen können.

Wie geht es weiter

Ich habe ein Jobangebot auf der Südinsel. Kann mich aber nicht so richtig entscheiden ob ich es annehmen möchte. Es ist wieder mal eine Rinderfarm und ich müsste jeden Tag 5:30 Aufstehen. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich nicht genug Kühe gemolken habe.

Bilder

Beim ersten Bild handelt es sich um die besagten 3 Meter Wellen mit Sturm am Muriwai Beach. Das zweite zeigt schwarzen Sand bei Awakino (an der Westküste, höhe Taupo). Im letzten sieht man meine Übernachtungsstätte aus meiner Perspektive.








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