Zeit mir Zeit zu nehmen, die letzten Tage zusammen zu fassen. Es ist grad Mittag und da wir heute sehr schnell gearbeitet haben wurde meine Mittagspause auf 3 Stunden verlängert. Herrlich, endlich keine
Sklavenarbeit mehr!
Die letzten Tage in Blödheim aehm Blenheim
Die letzten Tage verliefen eher linear, bis auf einen Ausflug durch die Weingute der Gegend. Einige Leute aus dem Hostel und ich fuhren von Weingut zu Weingut und verkosteten dort lecker Wein. Leider werden in der Region fast nur Weißweine angebaut und das ist nun gar nicht mein Geschmack. Rotweine gab es nur sehr leichte, die nannten sich Pino Noir, diesen verkostete ich in rauen Mengen. Glücklicherweise habe ich einen Fahrer gefunden der mein Auto nach dem ersten Weingut übernahm und so konnte ich mich voll und ganz der Verkostung hingeben. Die Tour ging ca. 4 Stunden und am Ende waren wir auch alle gut betrunken. Mir war es am Anfang ein bisschen Peinlich aber es schein hier ganz normal zu sein und wir hatten nette Gespräche mit den Weinbauern. Diese haben sich sogar für unsere Arbeit auf den Weinguten bedankt und kräftig nachgeschenkt…
Am selben Abend hatten wir im Hostel noch einen Umtrunk und ich habe mich von allen mir liebgewonnenen verabschiedet. Am nächsten Morgen bin ich 5 Uhr aufgestanden und habe meine 800 km lange Tour Richtung Balclutha angetreten.
Balclutha und die Farm
Die Reise war recht unspektakulär, es gab zwar viel zu sehen aber ich habe nur einmal halt gemacht um zu tanken. Ich werde das auf meiner Rückreise alles mitnehmen. Chantalle hat die Reise gut mitgemacht und auch recht wenig Öl geschluckt. Thema Benzinpreise, ich kann hier für 32 Euro volltanken und das heißt 50 Liter. Das Suchen nach einer billigen Tankstelle kann man sich auch Sparren, da alle denselben Preis haben. Achja, ich tanke übrigens Super Bleifrei…
Auf der Farm angekommen war leider keiner zuhause. Also habe ich das Auto geparkt und einen kleinen Spaziergang über die Farm gemacht. Dabei habe ich mir die Ställe angeschaut. Dabei habe ich den Bauern fast zu Tode erschreckt, der nämlich grade in einem Stall am schaffen war. Ich musste sehr Lachen als er sein halbes Bier durch die Gegend schleuderte. Nach diesem kleinen Schreck hat er mir meine neue Bleibe gezeigt. Von der ich auch ein paar Fotos anhangen werde. Der Bauer heißt Tim Button, seine Frau Katy und die Kinder Lorna und Josh. Zu diesem Zeitpunkt waren und Katy Vater und seine Freundin sowie Katys Schwester und Joshs Schulfreund anwesend. Allerdings waren alle gerade Angeln und aus diesem Grund hatte ich niemanden Angetroffen. Eine Stunde später holte mich der kleine Josh mit einem 4 Wheeler zum Abendbrot ab und ich wurde allen vorgestellt. Es ist eine sehr nette Britische Familie die unter anderem auch viel Wert auf gute Erziehung und Bildung legt. Ich habe mich von der ersten Minute sehr wohl gefühlt und wurde nett aufgenommen.
Arbeit
Die Arbeit ist sehr angenehm, da ich sie mir quasi selber einteilen kann. Es steht nie jemand hinter mit und kontrolliert mich. Dadurch habe ich aber auch relativ viel Verantwortung und muss einiges selber entscheiden und gut aufpassen. Ich stehe gegen 4:30 auf und mach mich auf die Reise zu den Kühen, dass kann schon eine ganze Weile dauer, da die Farm 400 Hektar groß ist. Meine 420 mehr oder weniger kleinen Freunde machen sich dann auf den Weg zum Melkstall. Problematisch wird es nur wenn man die Zäune auf dem Weg nicht richtig eingestellt hat. Dann enden die Kühe sonst wo ab und man hat zu tun sie wieder auf die richtige Bahn zu bringen.
Das Kot Massaker
Zum Thema Zäune: Am zweiten Tag habe ich am Morgen noch halb geschlafen und einen Zaun nicht geschlossen. Dummerweise handelte es sich dabei um den Zugang zum Haus der Bauern. Gegen 4:40 ist es aber auch noch so dunkel das man immer nur das Ende der Herde sieht und 420 Kühe bilden eine relativ lange Schlange. Dazu muss ich sagen, man treibt die Kühe, dass heißt ich fahre hinter ihnen her damit sie sich beeilen. Weiter im Text, nach einer Weile kam eine Weggabelung; rechts zum Melkstall, links zum Haus der Bauern. Nun kann jeder zweimal Raten in welche Richtung die Herde gelaufen war. Vor lauter Freunde sind mir fast die Augen rausgefallen. Nun kann man aber auch nicht an der Herde vorbei fahren und demnach musste ich alle auf das Grundstück der Bauern treiben. Dabei wurde ich etwas Ungehalten und habe die Kühe, mit Worten die ich hier besser nicht erwähne, auch darauf hingewiesen. Diese haben sich von mir ungestört auf dem unwegsamen Gelände verteilt und genüsslich das Frische Gras gegessen. Daraufhin wurde ich noch ungehaltener, sprang vom meinem 4 Wheeler und rannte und schimpfte wie wild durch die Gegend. Leider neigen die vierbeinigen Zeitgenossen zur erhöhten Kotabgabe, wenn sie verängstigt sind. Nach 30 Minuten hatte ich alle wieder auf der Ausgangsstrasse. Nun wurde ich wieder entspannt und wollte die Kühe in Ruhe Richtung Melkstall treiben.
Als ich wieder an der Weggabelung angekommen war hatten die Kühe aber nicht den Weg zur Melkstall eingeschlagen, sondern wanderten in gemächlich zur Koppel zurück. AHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHH!!!!!! Meine innere Ruhe legte sich schlagartig und wich einer Wut auf mich selber. Nach weiteren 20 Minuten waren die Kühe dann aber im Melkstall und wir konnten anfangen zu arbeiten. Ich war zwar vollkommen durchnässt und todmüde aber ich habe mich sehr beeilt um meinen Fehler wieder auszubügeln. Dazu muss ich noch sagen, dass die Bauern an diesem Tag nicht da waren und jemand anderes als Aushilfe dort war. Nachdem wir fertig waren mit Melken konnte ich mir das Ausmaß des Massakers anschauen. Alles war voll mit Kot, zuerst dachte ich, bisschen drueber gewischt und der Vorgarten sieht aus wie neu. Ich habe dann aber lieber Garnichts gemacht. Die 420 Kühe haben die Fußball wiese von Josh gemäht und gedüngt. Dummerweise braucht eine Auffahrt eher weniger Dünger und eine Einfahrt erst recht nicht.
Den restlichen Tag habe ich mich auf einen ordentlichen Anschiss vorbereitet, aber als die Bauern wieder kamen lachten sie nur und luden mich zum Abendbrot ein. Einmal darf mir das passieren, beim zweiten Mal gibt’s Ärger und beim dritten Mal… Er hat gesagt es gibt kein drittes Mal. Was auch immer das heißen mag.
Meine letzten Milchbauern
Ich wurde hier von Tim öfter daraufhin gewiesen langsam zu fahren mit meinem 4 Wheeler (Dazu muss ich sagen, dass ding ist wirklich stark Motorisiert und fährt gut und gern seit 100 km/h). Das Ganze hat mich sehr gewundert, da ich nie wirklich schnell gefahren bin und er das wirklich immer gesagt hat, wenn er mich gesehen hat. Neulich beim Melken haben wir über Alan gesprochen. Im Rahmen meiner Bewerbung habe ich Alans Telefonnummer angeben und Tim hat ihn tatsaechlich angerufen. In diesem Zusammenhang habe ich erfahren, dass sie sehr zufrieden mit mir wahren und zuerst nichts Negatives gesagt haben. Als Tim aber nachgehakt hat, sollen sie wohl gesagt haben, dass ich zu schnell 4-Wheeler fahre… So so diese Pappnasen! Das werde ich bei einem Besuch mal ansprechen. Von wegen zu schnell, PAH!
Angeln
Neulich war ich Angeln. Herrlich, ich habe einen Fluss nur 5 Minuten Fußweg von meiner kleinen Hütte. In ihm gibt es Barsch, Forelle und derzeit auch Lachs. Nach zweimal auswerfen hatte ich einen Stattlichen Barsch von 40 cm. Da es schön spät war, habe ich direkt eingepackt und mir den Barsch bereitet. Es gibt einen wirklich tollen Weg frische Barsche zu filetieren.
Das habe ich dann auch gemacht und es funktionier vorzüglich. Ich hatte ein leckeres Abendbrot und habe dann auch sehr gut geschlafen. Leider hatte ich noch keine Zeit wieder Angeln zu gehen und wenn ich Zeit hatte, dann war leider Ebbe und demnach kaum Wasser im Fluss.
Bilder
1. Zeigt einen Ausblick auf das Städtchen Picton, ganz im Norden der Südinsel. Wunderschöne kleine Stadt. Das Bild vermittelt ein bisschen Karibikflair finde ich.
2.–6. Zeigen meine kleine Hütte in der Nähe von Balclutha.
7. Lecker Frühstück mit Bohnen und Rührei mit Tomaten und Zwiebeln auf Toast
8. Prämierte Kälber vor dem Melkstand
9. Ich mit Kalb vor dem Melkstand
10. Melkstand für 2 mal 40 Kühe
11. Für die Damen der Schöpfung ein paar Federkelchen
12. Blick vom Farmhaus auf meine kleine Hütte, eine alte Stallung in der Mitte und auf der rechten Seite ist der Melkstand zu sehen.
13. Ich vor dem Milchtank mit frisch gezapfter Milch. Der Tank wird täglich geleert und wir produzieren bis zu 10.000 Liter Milch am Tag.
14. Ich hatte meinen riesen Barsch sehr lieb!
Die letzten drei Bilder sind beim Angeln entstanden und zeigen einen Fluss bei Ebbe.

















=D hello! na nice biste wieder auf der farm gelandet, du bauer! =D ich find kühe cool! du anscheinend ja mittlerweile auch!
grüße mein bester
2 Kuhliebhaber, feini
na klar! kuehe rocken! MUUHHHHHH
Poste mal was neues Alter! =) Gruß Timbo