Wein, Wein und nochmals Wein

16 01 2010

Halli hallo,

Nach einer Woche Weingutarbeit ist nun wieder die Zeit gekommen ein paar Zeilen zu hinterlassen. Erlebt habe ich nicht wirklich viel aber in einer Woche kommt dann trotzdem so einiges zusammen. Vielen lieben Dank an meine Eltern, diese haben mir nämlich ein Weihnachtspaket geschickt. Neben lecker Schokolade und Wurst bin ich nun auch wieder im Besitz meiner geliebten Wanderstiefel und meines hochgelobten Schlafsacks. Nach dieser kleinen aber feinen Einleitung möchte ich nun direkt in den Hauptteil übergehen. Da ich fast nur am Arbeiten war wird dieser sich auch um selbiges Thema drehen.

Arbeiten auf dem Weingut

Eigentlich arbeite ich bzw. fast alle Backpacker hier nicht auf einem Weingut, sondern man arbeitet mal hier und mal dort. Mein vorgesetzter ist ein Einheimischer Maori und ist im Endeffekt auch nur ein kleiner Handlanger. Von den Besitzern des Weinguts bekommt man nicht viel zu sehen. Allerhöchstens einmal ihr pralles Anwesen mit Jachten und Swimmingpools.

Jeden morgen stehe ich 4:30 auf und bereite mir mein Frühstück (Toast mit Salami, Käse, Salat, Tomaten, Paprika und Ketchup + Senf), dass ich dann mit auf Arbeit nehme. Es ist nämlich Selbstversorgung angesagt aber mit meinen deluxe Sandwiches habe ich es noch geschafft jeden neidisch zu machen. Im Anschluss fahre ich ca. 10 Minuten zu einer Tankstelle, wo ich dann von einem Bus abgeholt werde. In diesem befinden sich dann schon die ganzen anderen Sklaven. Nach weiteren 15-20 Minuten befinden wir uns dann gemeinsam auf einem Weingut und müssen uns dort um die Reben kümmern. Kümmern heißt in diesem Zusammenhang, stutzen und eventuell höher hängen. Das Ganze ist reine Sklavenarbeit und total auf Backpacker ausgerichtet. Man bekommt Mindestlohn und die Chefs nehmen keine Rücksicht auf Wetter oder Befindlichkeit. Ich habe wohl noch eine der netteren Firmen erwischt und bin auch ganz zufrieden. Aus Erzählungen von anderen, habe ich erfahren dass sie nur angeschrien und mit Kündigung bedroht werden. Schade eigentlich dass mir sowas nicht passiert, denen hätte ich aber mal ein paar Wörtchen an den Kopf gehämmert. Wie dem auch sei, ich habe es eigentlich ganz gut erwischt. Allerdings kann man von dem Geld gerade so leben und aus diesem Grund werde ich vorerst wieder auf eine Farm ziehen. Dort ist nicht nur die Bezahlung besser sondern auch das Umfeld und die Arbeit.

Das Hostel

Ich wohne hier in einem kleinen sympathischen Hostel, dass sich Lemon Tree nennt. Es ist umgeben von 6 Zitronen Bäumen (daher auch der Name Lemon Tree) und liegt an der Hauptstraße in Bensheim. Als ich hier angekommen bin war ich sehr schockiert, da 90% deutsche in diesem Hostel untergebracht sind. Alles Sklaven der Weinindustrie, die sich hier ihre kleine deutsche Hochburg errichtet haben. Leider sprechen sie auch alle deutsch und darauf habe ich auch keine Lust mehr. Die meisten sind zwischen 18 und 20 und führen sich auf wie im Ferienlager, leider habe ich diese Dimension bereits durchbrochen und sehne mich nach höherem. Auch aus diesem Grund möchte ich Blenheim schnellstens verlassen. Am Wochenende ist das gesamte Hostel (ca. 40 Leute) in eine Bar gegangen und wir hatten viel Spaß. Allerdings habe ich mich recht schnell abgeseilt und mich mit ein paar einheimischen angefreundet. Später war ich dann auch noch auf einer großen Homeparty, zu der ich in der Bar eingeladen war. Dort habe ich mich sehr wohl gefühlt, was wohl auch damit zusammen hing, das kein deutschsprachiger in Sichtweite war!

Nelson

Am Montag hatten wir sehr viel Regen, da ich einen netten Arbeitgeber habe (ich sollte eher hatte sagen, da ich eben gekündigt habe), wurde nur eine Stunde gearbeitet und dann durften wir nach Hause. Um den Tag nicht sinnlos verstreichen zu lassen habe ich in meinem Reiseführer geschaut und festgestellt dass es hier nichts gibt. Die Worte „Man wird es in Blenheim nicht lange aushalten, wenn man nicht Arbeitet oder sich für Wein interessiert“ machten mir auch ein wenig Sorgen. Also haben wir beschlossen uns eine Nachbarstadt anzuschauen. Nelson liegt etwa 120 Kilometer gen Nordwesten und versprach Museen und eine schöne Innenstadt. Wir machten uns auf den Weg und uns erwartete eine kleine und langweilige Stadt. Das Museum war ganz interessant aber kein Vergleich zu denen die ich vorher besucht habe. Auf dem Rückweg hatte ich noch eine Begegnung der anderen Art. Als ich in eine Rechtskurve fuhr sah ich einen aufgelösten älteren Herren der wild mit dem Armen gestikulierte. Als ich anhielt, sah ich auch schon das übel. Neben der Straße ging es relativ steil bergab. Alles war mit hohem Gras bewachsen und nach 10 Metern ging es in Urwald über. Hinter dem Man war jedoch eine Schneise geschlagen die in etwa der breite eines Autos entsprach. Der man erzählte mir das er gesehen hat wie ein Auto ungebremst dort runter gefahren ist, dass jemand eingeklemmt ist und das ich Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen holen soll. Daraufhin zückte ich mein Handy aber hatte keinen Empfang und verstand dann auch warum ich Hilfe holen soll. Nach mir ewig vorkommenden Kilometern kam ich zu einem einzelnen Haus. Dort durfte ich nach kurzer Erklärung das Telefon benutzen um Hilfe zu verständigen. Mehr konnte ich auch nicht tun und ich war auch ganz froh, dass ich nicht als erster an der Unfallstelle angekommen bin…

Angeln

Ich gehe nach der Arbeit sehr viel Angeln und habe auch schon einige Fische gefangen. Leider habe ich noch keinen Fotografiert aber das werde ich sicher noch nachholen.

Bilder

Außer die letzten zwei sind alle in oder auf dem Weg nach Nelson entstanden. Eines zeigt auch einen Glasbläser, der in seiner offenen Werkstadt tolle Kunstwerke hergestellt hat. Die letzten beiden Fotos zeigen die allgemeine Umgebung hier. Alles ist voll mit Weinreben, ich glaube damit könnte man locker die ganze Welt versorgen. Mein Chef hat mir gesagt, dass man aus einer Pflanze 3 Flaschen Wein gewinnen kann. Wenn man sich nun mal überlegt, dass ich als einzelner Hansel ca. 2000 Pflanzen bearbeite; d.h. ich helfe am Tag der Erstellung von 6000 Flaschen Wein. Das ganze bringt mich zu dem Schluss „ICH HASSE WEIN!!!!!!!!“ aber er schmeckt ab und an trotzdem ganz gut!

Wie geht es weiter

Ich reise morgen Richtung Süden auf eine Milchfarm. Genauer gesagt geht es nach Balclutha, dass ist fast so Südlich wie es überhaupt geht. Dort möchte ich solange arbeiten bis ich einen IT Job gefunden habe. Ich habe mich bereits für einige beworben, die wollen aber nur ungern Backpacker, da man das Land ja wieder verlässt. Gewiss dem Fall man würde hier bleiben und das dem Arbeitgeber auch mitteilen, hätte man wohl bessere Chancen. Mit diesen Gedanken habe ich mich aber noch nicht befasst, was ich aber sicher tun sollte in nächster Zeit.





Ich kam, sah und machte keine Fotos von Mittelerde

8 01 2010

Hallo liebe Lesenden,

es wird einmal wieder zeit, die Feder zu schwingen und ein paar nette Zeilen meines Verbleibes zu hinterlassen. Ich habe mich durch Mittelerde begeben und arbeite nun auf einem Weinberg. Soviel zur Kurzfassung meiner letzten Tage. Der ungeübte Leser, kann sich an dieser Stelle dem letzten Abschnitt Widmen (Bilder). Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim ausführlichen Teil.

New Plymouth

Nachdem wir letzte Woche auf den Vulkan wollten und ich meine leicht bis mittel extreme Bauchverstimmung hatte, haben wir auf einem Parkplatz in der Innenstadt übernachtet (Kommentar an mich selbst; langer und chaotischer Satz). Am nächsten Morgen, habe ich mir aus meinem Campingstuhl und meinem Wasserspeicher eine provisorische Dusche gebastelt. Davon sind auch Bilder im Anhang zu finden. Im Anschluss haben wir lecker gefrühstückt und ich habe dann das Auto meiner Nachbarn mit Toastbrot bestück. Das ganze erfreute die Möwen aus der weiten Umgebung und wir hatten Bald eine wahre Flugrattenplage. Daraufhin einigten wir uns das Schlacht aeehh Moewenfelt zu verlassen und machten uns auf den Weg gen Süden. Nach einigen 100 Kilometern durchquerten wir Mittelerde. (Es heißt natürlich nicht wirklich so… Dort wurde nur der Film Herr der Ringe gedreht) Leider hatte ich keine Zeit für Fotos, da wir uns Plätze in einem Steakhaus in Wellington gebucht hatten und demnach rechtzeitig dort sein wollten. Ich werde aber nach Mittelerde zurück kehren und herrliche Fotos schießen um sie euch auf dem Tablett zu servieren. Achja, dass Steakhaus war vom feinsten und hat mich auch nur 45 Dollar gekostet (mit 2 großen Bier und einem riesen Steak mit Beilagen).

Wellington

Nachdem Steakhaus kam ich zu meinem Auto zurück. SCHECKKK ein Zettel in der Schreibe und ich Stand auch noch im Parkverbot. Ich ahnte das Schlimmste, da ich bewusst im Parkverbot „geparkt“ hatte. Auf dem Zettel Stand: Sie haben falsch geparkt und aus diesem Grund wurde eine Parkkralle nahelegt…. Bla bla bezahlen bla bla 120 $… Ich nur…. Wasssss 120 $?!!??! Drei Runden um das Auto gedreht und überlegt ob ich das Ding mit meinem Leatherman Toolkit ab basteln kann. Dabei und voller Frust habe ich gar nicht gemerkt, dass gar keine Parkkralle angelegt war. Glücklicherweise wurde ich der dritten Runde in meiner Rage gestoppt und freundlich darauf hingewiesen. In diesem Moment fiel mir nicht nur ein Stein vom Herzen sondern ich wurde auch noch zum Gespött meiner Mitreisenden. Danach ging es ab ins Auto und an einen abgelegenen Parkplatz. Dort machte ich eine lehrreiche Entdeckung. Es war sehr Windig und ich meine wirklich sehr sehr. Das Auto hat sogar hin und her gewackelt und man konnte Meter weit mit dem Wind pinkeln. Wie dem auch sei, es ist nicht immer wirklich Klug mit dem Wind zu pinkeln. Lasst es euch gesagt sein, kaum kommt die Falsche Boehe… aber wie dem auch sei. Ich wechsel lieber das Thema auf den nächsten Morgen.

Nach dem Aufwachen erwartete mich eine wunderschöne Langschaft. Diese hatte ich aufgrund des Sturmes und der Dunkelheit nicht gesehen (Im Anhang sind auch Bilder davon). Im gleichen Atemzug entdeckte ich auf den Flughafen, wir standen genau in der Einflugschneise und in diesem Augenblick schoss ein Flugzeug über uns hinweg. Das zeigt auch wie stark der Sturm war, denn ich habe nicht ein Flugzeug bemerkt, bis zu diesem Augenblick. Den restlichen Tag habe ich mir die Stadt angeschaut und zwei Musen besucht, welche auch wirklich sehr empfehlenswert sind.

Die Fähre

Im Anschluss bin ich zeitig ins Bett gegangen, da meine Fähre auf die Südinsel um 3 Uhr in der Morgenröte ablegen sollte. Die Aussicht soll wohl sehr schön sein und ich dachte mir dass ich schöne Fotos beim Sonnenaufgang machen könnte. Wie das kleine Wort sollte aber schon andeutet, ist aus dieser Aktion nichts geworden. Auf die Fähre habe ich es noch anstandslos geschafft. Leider sind mir dann die Lichte ausgegangen und ich wurde 4 Stunden später freundlich geweckt und gebeten mein Auto zu entfernen. Als ich mich zu meinem Kraftfahrzeug begeben hatte war auch kein anderes mehr da und die Fährleute warteten auch nur auf mich. Schließlich sollten wieder neue Autos drauf und da war meines ein bisschen im Weg.

Blenheim

Am selben Tag habe ich mir in Blenheim, was einem Winzerort entspricht, noch Arbeit und eine Unterkunft besorgt. Ich Wohne in meinem Auto an einem kleines Hostel und kann dort alle Lokalitäten mitbenutzen. Arbeiten tue ich auf einem Winzergut und muss dort die Reben hochheben. Da diese noch im Wachstum sind wollen sie von zeit zu Zeit gestreckt und gepflegt werden und genau diesen Teil übernehme ich.. Recht eintönig und langweilig aber es bezahlt die Rechnungen! Wie der Engländer immer so schön zu sagen pflegt.








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