Der Tag vor Weihnachten
Am 24.12 wird ganz normal gearbeitet, wie auch in Deutschland. Also früh die Kühe Melken, dann ab ins Auto und Unkrautbekämpfung. Allen hat mit seinem Bagger ein großes Loch gegraben, in welches ich die Samen des Jakob Greiskrautes (Name des Unkrautes, Dank an meinen Vater) schütten soll. An dem Loch angekommen; sehe ich einen kleinen Igel unten im Loch der vergeblich versucht herauszuklettern. Dazu muss ich sagen das, dass Loch gut 3 Meter tief war. Ich bin dann unter Einsatz meines Lebens in das Loch geklettert und habe den kleinen Igel gerettet. Der war leider sehr schwach und hatte wohl schon zu lange in der Sonne zugebracht. Ein bisschen hilflos habe ich ihn dann zu einem Bach gebracht und ihn dort in Ruhe trinken lassen. In der Zeit habe ich mich auf Würmer Suche begeben, bei 34 Grad leider erfolglos. Als ich zurück kam, war der kleine Kerl schon viel lebendiger und ich habe ihn dann in einer Scheune in den Schatten gelegt. Am Ende dieser Aktion hatte ich 1 Stunde verplempert, was aber glücklicherweise keiner mitbekommen hat und ich es sogar bezahlt bekomme! Ob es die kleine Made überlebt hat, kann ich nicht sagen. Ich bin zwar zweimal zur Scheune zurück gekehrt aber der Zwerg war nicht mehr vorhanden.
Weihnachten
An diesem 25.12 bin ich direkt ohne Kater und auch noch 6:30 Uhr zum Melken aufgestanden. Doch bevor es losging habe ich sogar ein Geschenk bekommen (hier werden die Geschenke am 25 in der früh ausgepackt). Nachdem ich ein paar Kühe Glücklich gemacht habe, ging es mit der ganzen Familie auf die Nachbarfarm. Dort wohnen die Eltern von Allen. Diese haben vor ein paar Jahren ihre Farm verkauft und besitzen nun ein prächtiges Anwesen mit allem Pippau. Dort haben wir dann mit 30 Leuten Weihnachten zelebriert und uns den Bauch vollgeschlagen. Der erhöhte Alkohol Konsum der männlichen beteiligten ließ schon nach kurzer Zeit eine lustige Stimmung aufkommen. Leider musste ich mich gegen 4 Uhr zu meinen geliebten Kühen begeben. Mit Karl (der ist hier Angestellt; er ist halb Maori (Ureinwohner)) und ein paar Bier im Schlepptau haben wir das auch relativ langsam und mit einigem Spaß hinter uns gebracht. Im Anschluss gab ein Barbecue auf der Richards Farm.
Arbeit
Ich habe es so langsam ein wenig satt mich in der Früh und am Abend bekoten zu lassen. Manchmal träume ich nur noch von Kühen und ihren Exkrementen. Die Tage hatte ich ein Gespräch mit den Bauern und ich bin hier wohl immer wieder gern willkommen. Egal ob ich Arbeit oder einfach nur einen Platz zum Übernachten brauche. Allen meinte dann noch, es sei auch kein Problem wenn ich ein oder zwei nette Damen mitbringen würde (der Schelm). Ich habe mich die Tage auf mehrere Stellen beworben aber es sieht wohl momentan sehr mager aus. Ich hatte ein Telefonat mit einem Oliven Bauern, der wohl schon über 100 Anrufe auf eine Stelle hatte. Prost Mahlzeit sag ich da nur! Einen IT Job kann ich mir wohl auch abhacken, dass einzige was ich bisher in dieser Richtung gefunden habe war unbezahlt (IT Support für Essen und Unterkunft).
Der Tag nach Weihnachten
Hierfür habe ich mich mit der Familie Richards etwas in den Süden bewegt. Dort waren wir dann Shoppen und ich habe nach Herzenslust mein verdientes Geld ausgegeben. Auf der Liste stand neben einer Angelrute (WOOOHOOOO) aber nur Ausrüstung für meinen 4-Rad-Hobel. Bettlagen, Kopfkissen, Decke, Töpfe, Teller usw.. Am Ende zeigte sich wie billig Neuseeland wirklich ist. Ich habe nur 90 Euro für alles ausgegeben, dass muss mir erstmal einer nachmachen!
Der 27.12 mit Austern
Nach getaner Arbeit haben die Richards mit einigen Angehörigen in ihrem Sommer Bungalow verabredet. Ein herrlicher Fleck Erde kann ich nur sagen! Ich hoffe die beigefügten Bilder sprechen für sich. Dort haben wir dann auch ein Netz ausgeworfen um Köderfische zu fangen. Als die Ebbe einsetzte haben wir genug Fisch gehabt. Demnach kann ich in den nächsten Tagen Angeln gehen!!! Als das ganze Wasser weg war, habe ich einen kleinen Spaziergang unternommen. Nach einer Weile habe ich einen ganzen Haufen Austern gefunden und direkt ein paar eingesackt. Ich dachte die anderen freuen sich aber das ist hier wohl nichts Besonderes. Also habe ich allein meine selbsterrungenen Austern genossen. Ich muss sagen, dass die Dinger nicht nur sehr schwer zu öffnen sind, sie schmecken auch noch widerlich! Leider musste ich mich wiederrum gegen 4 Uhr aus diesem schönen Fleck entfernen, Da feinster Kot auf mich wartete. Dummerweise sind die Kühe aus ihrer Weide ausgebrochen und haben schon im Stall auf uns gewartet. Nun könnte man ja denken das dies von Vorteil wäre, weil man sie nicht selber zum Stall bringen muss. Jein, denn die Kuehe haben leider schon einige Zeit allein im Stall verbracht und sich ausschließlich ihrer Lieblingsbeschäftigung hingegeben (Exkrementieren). Ich möchte mich an dieser Stelle entschuldigen, dass hier sehr viel über Tier Ausscheidungen geredet wird. Hoffentlich kann ich das in Zukunft vermeiden. Nun da ich euch damit belastet habe geht es mir schon viel besser! Danke!



















